18 - 02 - 2018

Chronik

Geschichts- und Wirtschaftschronik der Metzgerei Scherrenbacher

Haus Fetzer um 1910Um 1900 eröffnete Albert Scherrenbacher die Gaststätte «Zur Stadt Gmünd». Sein Sohn gründete einige Jahre später die Metzgerei, die er 1954 an Sohn Albert übergab. Dieser baute sie kontinuierlich zur heutigen Größe und Bedeutung aus. Seit 2007 ist Stephan Scherrenbacher in 4. Generation Inhaber des renommierten Unternehmens aus Straßdorf. 

Albert Scherrenbacher, von Beruf Silberschmied, und seine Frau Maria erwarben 1912 das Grundstück in Straßdorf, welches damals direkt an der neu eröffneten Bahnstrecke lag und errichteten dort einen Gasthof mit dazugehöriger Landwirtschaft. Als der sogenannte "Stadtwirtsbertl" und als erstes Geschäftshaus des heutigen Gewerbegebiets, legte Albert Scherrenbacher somit den Grundstein für den traditionellen Familienbetrieb. Nach vielen Jahren übergab er den Betrieb seinem Sohn Albert Scherrenbacher jun. Dieser erlernte den Beruf des Fleischers und führte zusammen mit seiner Frau Josefa, gelernte Köchin, den Familienbetrieb weiter. Neben der anstrengenden Tätigkeit im Gasthof war er unermüdlich zu Hausschlachtungen in der näheren Umgebung unterwegs und führte zusätzlich einen kleinen Laden.

Albert Scherrenbacher der dritte, der Enkel des Firmengründers, fand großen Gefallen am Beruf seines Vaters und begann 1953 ebenso eine Metzgerlehre. Doch im März 1954 erlitt er einen schweren Schicksalsschlag: Sein Vater, Albert Scherrenbacher jun., verunglückte tödlich mit 49 Jahren. Von da ab musste er selbst im Alter von 14 Jahren für die Schlachtungen und Wurstproduktionen sowie für den Gasthof und die kleine Metzgerei aufkommen. Seine Mutter und seine Schwester standen ihm dabei tatkräftig zur Seite.

Gaststätte Scherrenbacher in den 50er JahrenAm 11.04.1956 legte Albert Scherrenbacher erfolgreich seine Gesellenprüfung ab und sammelte anschließend als Geselle fünf Jahre lang wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Betrieben. Während dieser Zeit bildete er sich ehrgeizig zum Metzgermeister weiter. Nachdem er im November 1961 in Augsburg die Meisterprüfung mit sehr guten Noten bestanden hatte, übernahm er den elterlichen Gasthof, der zuvor neu saniert wurde, und gründete mit einer Eintragung in die Handwerkerrolle den dazugehörigen Metzgerei-Betrieb. In den Jahren von 1962-63 wurde der Neubau des Metzgerei-Ladens sowie des dazugehörigen Betriebes mit Schlachtung von Großvieh und Produktion errichtet. Seit 1963 ist die Metzgerei Scherrenbacher auch anerkannter Ausbildungsbetrieb.

1969 heiratete Albert Scherrenbacher seine Frau Christel aus Wernau. Gemeinsam führten sie das Familienunternehmen mit großem persönlichem Einsatz weiter auf dem Weg des Erfolges. 1974 verpachteten sie den Gasthof und konzentrierten sich auf den Metzgerei-Betrieb. Daraufhin entstand 1977 ein weiterer Neubau mit großzügigem Ladengeschäft und entsprechenden Kühl- und Arbeitsräumen. Von nun an erfuhr die Metzgerei Scherrenbacher einen steilen Aufstieg. In den Jahren von 1973 bis 1983 erlebte Albert und Christel Scherrenbacher nicht nur Veränderungen beruflicher Natur, sondern auch die Geburten ihrer vier Kinder: 1973 Geburt von Sohn Stephan, heute Metzgermeister und Inhaber des Betriebes, 1974 Geburt von Sohn Udo, heute ebenfalls Metzger, 1977 Geburt von Sohn Jörg, heute Koch und Inhaber des neu renovierten Gasthofes «Zum Stadtwirt», sowie 1983 Geburt von Tochter Sonja-Maria.

Seit 2007 Geschäftsführer: Stefan Scherrenbacher1979 wurde der Partyservice mit in das Angebot genommen, woraufhin auch im Betrieb 1988 eine umfassende Erweiterung im Bereich der Schlachtung und Produktion stattfand. 1999 mietete sich die Metzgerei Scherrenbacher mit der zweiten Firma, "Metzgerei Scherrenbacher GmbH", einem Imbiss in das City Center Schwäbisch Gmünd ein. Die Metzgerei Scherrenbacher nimmt schon immer auch an Wettbewerben teil und hat für ihre ausgezeichneten Produkte schon viele Urkunden und Pokale erhalten. So bekam sie zum Beispiel 2006 auf der Süfa (Süddeutsche Fleischerfachmesse) einen Pokal für verschiedene Brühwürste.

2007 fand der nächste Generationenwechsel statt. Stephan Scherrenbacher, ältester Sohn von Albert und Christel Scherrenbacher, trat ebenso in die Fußstapfen seines Vaters und absolvierte nach seiner Ausbildung zum Metzger erfolgreich seinen Meisterbrief am 1.02.1997. Nachdem er bereits einige Jahre im elterlichen Betrieb mitgearbeitet hatte, übergab Albert Scherrenbacher 2007 die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn. Im selben Jahr wurde auch der Verkaufsbereich neu gestaltet.

Bemerkenswert ist auch das traditionell soziale Engagement der Metzgerei mit dem sie in der Region etwas bewegen und sich für Gutes einsetzen möchte. Seit über 30 Jahren unterstützt die Metzgerei Scherrenbacher diverse Vereine mit unterschiedlichen Aktionen. Zum 35-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe wurde ein 350 kg schwerer Rekord Leberkäse gebacken, dessen Erlös dem Verein zu Gute kam. Im Rahmen eines Hilfsprojekts in Armenien beliefert die Metzgerei die "Küche der Barmherzigkeit" mit Maschinen und Geräten zur Wurstherstellung, spendiert ausgediente Lieferfahrzeuge und übernimmt die Ausbildung von Mitarbeitern vor Ort. Ebenso wird die ungarische und russische Partnerstadt unterstützt.

Fleischkäse Anschnitt u.a. durch Albert ScherrenbacherAußerdem werden in der Metzgerei schon seit 20 Jahren zwei Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt und der ortsansässigen Berufsschule für Fleischereifachverkäufer/innen und Fleischer/innen kostenlos Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt. Des Weiteren spendet die Metzgerei Scherrenbacher an unterschiedliche Vereine, sei es als finanzielle Zuwendung oder aber die kostenlose Überlassung von Wurstkonserven. Zusätzlich wird das Obdachlosenheim St. Elisabeth mit regelmäßigen Lieferungen unterstützt, sowie auch kleinere ehrenamtliche Aktionen mit einer zünftigen Brotzeit. Albert Scherrenbacher selbst ist Mitglied in über 60 Vereinen und bekannt als "gute Seele des Ortes". 2007 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.